Meine Grosseltern /
My Grandparents


Für «Meine Grosseltern / My Grandparents» versammelt Mats Staub Grosseltern unterschiedlicher Generationen: Die Älteste der Grossmütter verstarb 1945, die Jüngste wurde 1939 geboren. Sie haben verschiedene Epochen durchlebt: von Weltwirtschaftskrise, Krieg und Flucht, über Wiederaufbau und Modernisierung. Aus den oftmals anekdotischen Erinnerungen der Nachgeborenen destilliert Mats Staub rudimentäre biografische Angaben und Begebenheiten. In Verbindung mit den Bildern ergeben sich Knotenpunkte, die ein Netz aus unzähligen Leerräumen bilden und an denen sich Imaginationen entzünden.


Meine Grosseltern / My Grandparents
Mit Texten von Simon Froehling und Mats Staub in Deutsch und Englisch
Edition Patrick Frey N° 94, 2010

Gestaltung: Muriel Comby
Gebunden, 192 Seiten 115 S/W- und Farbabbildungen
15 x 21 cm
ISBN: 978-3-905509-94-9
EUR 46 | CHF 58

«So sonderbar das Buch im ersten Moment wirkt, so wunderbar erweist es sich beim Eintauchen ist diese verdichtete Welt von Geschichte und Geschichten.
Allein die Ortsangaben und Jahreszahlen sprechen für sich: Wien 1915. München 1939. Riga 1942. Albula 1944. Menschen, die vor, zwischen und nach Kriegen aufwuchsen. Darüber die Bilder: intakte, abgegriffene, angerissene, verfleckte. Augenblicke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Mehrfach junge Männer in Uniformen, aber auch einer in eigenartigen weissen Umhängen. Frauen auf Motorrädern, neben Fahrrädern oder Autos, aber auch im Hühnerhof oder in der Küche. Darunter die Kommentare – eine eigene Erzählgattung. «Weihnachten in einem Materialdepot der deutschen Wehrmacht.» – «Tanzkränzlein der NSDAP». – «Yoyo und Paul bei ihren Freikörperübungen.» – «Omi, Führerscheinausbildung für den Kriegseinsatz». – «Eidgenössischer Parteitag der FDP». «Urlaub im Sanatorium Dubowaya roscha, UdSSR». – «Drehpause beim Film Liebe nach Ladenschluss».
Wie Fetzen aus den Lebensläufen erscheinen auf den ersten Blick die wenigen Angaben im Textteil. Doch sie sind bewusst und geschickt zusammengestellt, wecken Fragen, machen betroffen, sprechen durch ihre Lücken und spannen den Rahmen für das Reich der eigenen Fantasien.
Kein Wort von Mats Staub selber. Dafür Zweisprachig-keit im doppelten Wortsinn: Englisch und Deutsch, Bilder und Text. Auf dem weissen Rückendeckel sind in einer Spalte und in chronologischer Reihenfolge mit goldenen Buchstaben die Rufnahmen der Grosseltern und ihre Geburtsdaten eingraviert. Omi. Gromu. Baba Mara. Tädi. Neni, Dodi. Bopi. Deduschka. Babuschka Mascha. Burgisteingrossvati...
Ein Gesamtkunstwerk: kurz, prägnant und wunderschön von A bis Z.»

P.S. Buchbeilage, 17.03.2011

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Edition Patrick Frey N° 94
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